Nu ist es also endlich offiziell. Die Spatzen pfiffen es ja schon eh seit geraumer Zeit von den vielzitierten Dächern. Triumph bringt eine Moto2-Replika auf den Markt. Eine Triumph Daytona 2.0, wenn man so will, streng limitiert auf 765 Stück. Sehr originelle Zahl, am Rande bemerkt.

Endlich also wird klar, warum sich die britische Traditionsmarke mit hohem Aufwand engagiert als offizieller Technikpartner und Motorenlieferant der Moto2-WM, die im Rahmen der MotoGP ausgetragen wird. Bislang mit tollen sportlichen Erfolgen. Der Sound der neuen Moto2-Generation klingt um Welten besser als mit den effizienten, aber langweilen Vierzylindern der ersten Generation. Und die Rundenzeiten purzeln dazu ebenfalls. Das freut vor allem die Herren Fahrer.

Nur 765 Stück als First Edition für Europa und Asien

765 der Daytona Moto2 TM 765 Limited Edition sind für die „Make America great again!„–Staaten angedacht, gruseliger Marketing-Sprech, reserviert Triumph 765 weitere für Asien und Europa. Das ist bewusst knapp kalkuliert. Und sollte sich prima ausgehen.

Um den Spannungsbogen beim Story-Telling hoch zu halten, verrät Triumph natürlich weder Preis noch Leistungsdaten. Der Preis sei angemessen, munkelt man in den einschlägigen Kreisen. Etwas mehr Info hätte uns als aktivste Triumph-Racing-Community der Welt (ist so!), natürlich brennend interessiert. Und nicht nur uns. Doch wir müssen uns alle brav bis zum 23. August 2019 gedulden. Im Rahmen des britischen GP möchte man der interessierten Welt dann alles Wissenswertes kundtun plus medienwirksame Demo-Runden drehen.

Zeit für das Orakel

Leistung. Prognose: etwas über 130 PS auf dem Papier. Beim 765er-Drilling für die Moto2 sollen es 140 PS plus sein, gibt der Hersteller auf seiner Webseite dazu an. Ok. In diese Motoren stecken neben Titanventilen noch jede Menge anderer feinster Racing-Zutaten. Und sie funktionieren ganz ausgezeichnet auf WM-Niveau. Für die Serienfertigung wird man diese teuren Klimmzüge aber sicher nicht eins zu eins wiederholen wollen. Der Verkaufspreis soll ja im angemessenen Rahmen bleiben. Also wird man im Namen der Vernunft in der Praxis etwas Drehzahl und damit Leistung für die Moto2-Replika zurücknehmen. 

Reicht ja auch so bestens aus. Kleiner Flashback: Im Jahre 2008 wurde Arne Tode mit einer Triumph Daytona 675 Internationaler Deutscher Meister in der damals wie heute beinhart umkämpften IDM Supersport 600. Und das vorzeitig. Als erster Supersport-Pilot durchbrach er in Oschersleben damals die 1.29er-Marke. Diese Rundenzeit bleibt auch über zehn Jahre später nur den ganz schnellen Supersport-Profis vorbehalten und gilt unter schnellen Hobby-Superbikern mit ihren 200 PS-Boden-Boden-Geschossen als Aufnahmekriterium in einen kleinen, sehr erlesenen Club. 

Man tut also gut daran sich immer und immer wieder vor Augen zu führen, wie gut dieses Motorrad, diese Ikone, heute noch funktioniert. Bestes Beispiel: die Triumph-Challenge. Teils haben die dort liebevoll gehegten und gepflegten Daytona 675 ja fast ein Jahrzehnt auf dem Buckel, dennoch sind unsere Mädels und Jungs damit konstant fix unterwegs.

Die neue 765er tritt also in megagroße Fußstapfen. Es steht zu bezweifeln, dass Triumph dafür brutal tief in die Spezialteile-Kiste greifen wird. Weil ist das nicht müssen. Jede Wette, es wird kein Kalex- oder Suter-Chassis sein. Und auch keine WP- oder KYB-Fahrwerkskomponenten. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die langjährige und Sinn stiftende Zusammenarbeit mit Öhlins in diesem prestigeträchtigen 765er-Projekt ihre Fortsetzung findet, auch wenn bei Prototypen K-Tech Aufkleber auf den Gabelaufnahmen zu sehen waren.

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Die Street Triple 765 RS als erfolgreiche Basis

Kein Prototypen-Chassis, keine Experimente bei den Fahrwerkskomponenten und der Motorleistung. Die Triumph Street Triple 765 RS bietet nämlich ein tolle Basis für Anleihen. Ok, vielleicht aber etwas mehr elektronische Gimmicks, ein serienmäßiger Blipper wäre schick. Und eine einstellbare Anti-Hopping-Kupplung. Darüber würde sich die interessierte Fangemeinde freuen, zu der natürlich in vorderster Reihe die T-Challenger gehören. 

Wer nun ganz sicher im nächsten Jahr eine der handverlesenen 765 Moto2 sein Eigen nennen möchte, der muss beim freundlichen Triumph Motorrad-Händler mindestens 3000 Euro Anzahlung leisten. Offizieller Partner der Triumph-Challenge: Triumph-SBF. 

Und wie steht es um die Startberechtigung der Triumph Daytona 765 Moto2 Limited Edition ab 2020? Die Möglichkeiten sind rar gesät. In waschechten Supersport 600-Klassen wird man sich mit Reglementsänderungen pro 765er Triumph aus leicht verständlichen Gründen schwertun. Bleiben 750er-Supersport-Klassen, die aber ebenfalls nicht an jeder Ecke zu finden sind.

Natürliches Habitat Nummer 1 sollte nicht nur deshalb die Triumph-Challenge sein. Die führende europäische Rennserie für sportliche Triumph empfängt die Neue nämlich mit offenen Armen. Wie und wo genau sie gewertet wird, das bleibt noch offen. Die Tendenz geht aber parallel mit Anzahl der Nennungen in Richtung der eigenen Wertung. Keine Angst, wir finden eine gute Lösung.