Tag Archive for Oschersleben

Dies und Das

Wichtige Fragen kurz von Saisonstart der T-Challenge und des T-Cups.

  1. Auftakttraining Oschersleben 30.4./1.5.19. Für Unentwegten, die sich kurz vor Saisonauftakt noch etwas Feinschliff holen wollen: Bridgestone und der X-lite-Ridersclub aka. Björn Gramm werden vor Ort sein, Karsten Bartschat und meine Wenigkeit ebenfalls. Für uns sind die Boxen 25 & 26 reserviert. Die waren für Euch ja im Angebot inkludiert, sofern Ihr das bei Buchung angegeben hattet.
  2. Aufkleber und T-Shirts. Da möchten wir dieses Jahr erstmals mit Racefoxx arbeiten, die ja bereits schicke Fanshops für die Trofeo Italiano, T-Cup und T-Challenge eingerichtet haben. Erste Maiwoche wollen wir damit startklar sein, gleiches gilt für die Aufkleber unserer Sponsoren. Die müsst Ihr ja teils auch noch aufbringen auf Eure Boliden. Wer alternativ gerne die Logos in Dateiform hätte, mag sich einfach melden und schon bekommt er eine E-Mail mit Anhängen geschickt.
  3. Rechnungen sind allesamt raus an Euch. Wenn Ihr Fragen dazu und zu anderen Themen habt, freue ich mich über Eure Mails und Anrufen. Fragen lassen sich ja auf dem direkten Wege oft schneller klären. Danke in diesem Zusammenhang für Eure Geduld. Ein GmbH-Gründer braucht nicht nur etwas Kleingeld, sondern vor allem eines: Langmut.

Pitlimiter, Point of no return


Rückblick: Speedweek 2007. Ein unglaubliches Gewusel in der Boxengasse. Die Sonne steht tief im Zenit. Mehr als 50 Teams proben den Ernstfall. Das 24-Stunden-WM-Rennen ist nah. Nur ein Fahrer von Team 56 steht gedankenverloren an die Boxenmauer gelehnt und genießt den Moment. Es ist der damals noch beinahe jugendliche Hajo Ammermann.

Egal, was die Zukunft noch bringt, diesen Moment nimmt ihm niemand mehr. Dieses Gefühl kann nicht mehr gelöscht werden aus seinem Kopf. Er saugt die Atmosphäre auf, all die Gerüche, die Sprachfetzen, das Rattern der Schlagschrauber. Es ist einer dieser ganz seltenen Momente im Leben, die man in vollkommender Zufriedenheit verbringt. Aus Vorfreude vor dem Kommenden, aus Respekt vor den Gefahren und aus der Gewissheit, mit sich im Reinen zu sein. Oschersleben bei Nacht, auf dem Motorrad, das Team in der Box, bereit für jeden Einsatz, kein Schlaf für all die Bekloppten, Mitfiebern mit dir da draußen. Unbezahlbar.

Eine aus der Zeit gefallene Nacht. Du weißt, dass du gut sein musst, dass du alles geben musst, um dieses verdammte Motorrad durch die Nacht zu bringen. Egal, wie kalt es ist, egal wie wenig du siehst, egal wer um dich ist. Nur du und das Motorrad. Vertrauen in die Technik und Vertrauen in dich. Vertrauen in den, der über dich wacht. Keine Schmerzen, fokussiert auf die nächste Kurve und dieses Gefühl, dass es gut ist, egal was passiert. Dass es so kommen wird wie es eben kommt. Aber verdammt nochmal, dass am Ende aller Zeit das Gerät ins Ziel muss. Das ist die Losung, das Versprechen der Nacht.


Und während du deinen Gedanken nachgehst hörst du sie, hörst du sie kommen aus der Tiefe der Boxengasse. Diese Maschinen von Bolliger, Phase One, GMT 94 und wie die Profiteams alle heißen. Fast ehrfurchtsvoll beobachtest du sie. Aus der sicheren Dunkelheit zwischen den Boxentoren. Diese Irren, die dir pro Runde 6 Sekunden und mehr einschenken, dich nach der Triple außen in der Hotelkurve überholen, während du um dein Leben fährst. Die irgendwas anders machen als du und doch irgendwie das Gleiche. Aber dir fällt auch die Yamaha ein, die genau das in genau der Kurve in der Nacht versucht hat und zu weit nach außen kam. In den Dreck, dorthin, wo sie nicht hingehört, wo es gefährlich ist bei Nacht, wo es schmutzig ist. Und du erinnerst dich, wie plötzlich die Hölle losbricht. Wie die Yamaha per Highsider ihren Piloten abwirft, du in voller Schräglage nur als Zuschauer dabei bist. Unfähig, irgendetwas zu tun. Wie die R1 funkensprühend vor dir aufschlägt, ihr Scheinwerfer dich kurz blendet, bevor sie sich komplett atomisiert. Du dich wie bei Tage des Donners fühlst und der Schrott nur Zentimeter vor dir rutscht.

Wie du dankbar bist, dass sie dich nicht getroffen hat und du den trudelnden Fahrer vor dir um 50cm verfehlst, als er deine Linie kreuzt. Dir all das in Zeitlupe in den Schädel gedrückt wird und dein Mund sich öffnet ohne es zu merken. Du im Notfallprotokoll deiner Gehirnwindungen Zug vom Hinterrad nimmst, um deine Linie diametral von der Flugbahn des Reiters wegzubekommen. So viele Eindrücke, so viele Dinge, die passieren. Panik wäre angebracht. Angst und Verzweiflung, vor dem, was kommen könnte. Es würde dir jeder zugestehen.

Aber was macht dein Kopf? Er ist leer. So herrlich leer. Du denkst nicht. Du handelst. Es bleibt einfach keine Zeit zum Abwägen, zum Grübeln und Verschieben von Entscheidungen. Das ist der Unterschied zu dem Leben da draußen. Die Rennstrecke ist anders. Sie fordert dich in jedem Moment. Sie schärft deine Sinne, sie tut es manchmal brutal, manchmal liebevoll, aber sie tut es immerfort. Und das macht sie aus. Aber all das denkst du nicht.

Erst viel später, auf der Massagebank im Teamzelt fangen deine Gedanken an zu kreisen. Da draußen fährst du einfach weiter. Als hätte es das Inferno nie gegeben. Die Strecke ist frei im Anflug auf die Schikane. Du bist wieder im Auge des Orkans verschwunden, alles ruhig. Die Schikane ist wie immer, die Gegengerade lässt dir Zeit, aber deine Gedanken sind nur bei der Anbremszone. Alles andere ist Geschichte und nicht mehr wichtig. Vorne spielt die Musik, in der nächsten Kurve. Ende.


Bis heute weißt du nicht, welches Team es war, wer der Fahrer war und wie es ihm ergangen ist, aber du denkst an ihn, immer mal wieder. An sein Glück. Daran, dass er wohl niemals wissen wird, wie nah sein Schutzengel war, wie eng das Pendel zwischen Himmel und Hölle über ihm wehte. Dieser Moment taucht in deinem Kopf seither auf, wenn du übermütig wirst, wenn du den Respekt verlierst, wenn du merkst, dass du unachtsam bist. Dann denkst du an diese 50 Zentimeter. Diese winzige Entfernung, die doch so groß sein kann.


Und so stehst du da und blickst den Boliden hinterher, wie sie Richtung Pit Lanes End entschwinden. Mit einem Geräusch, dass dir eine Gänsehaut erzeugt, dass dich fast etwas erregt. Eine technische Einrichtung, die die Maximalgeschwindigkeit per Zündunterbrecher auf 60km/h begrenzt und nix außer PrapPrap macht. Und doch löst es so viel mehr in deinem Kopf aus. Steht für so viel mehr als profanes PrapPrap: Es ist das letzte Geräusch vor der Boxenausfahrt was du wahrnimmst, bevor das Leben reduziert ist auf diesen verdammten Moment. Auf diese herrliche Ruhe im Kopf, was immer auch passiert. Die Ampel schon im Visier, kein Zurück mehr, Point of no Return.

Der Pitlimiter ist der greifbar gewordene Schalter im Kopf, den du umlegen musst. Ohne den es nicht funktioniert. Du hörst der grünen Kawa von Bolliger zu, du beobachtest, wie sie Pitlanes End näherkommt, wie die Erregung in dir steigt und du fast willenlos siehst, wie die Kawa die Linie touchiert. Und in dieser Sekunde verstummt es schlagartig, das PrapPrapPrap, der Vierzylinder nimmt brüllend Drehzahl auf. Plötzlich dreht er frei, so herrlich frei. Du hörst sie schreien, hörst, wie die Kawa es genießt, ohne Limit, einfach nur Gas, Gas bis in den Begrenzer. Hemmungslos…geil.


Zeitsprung ins Jahr 2019: Einmal wie die Großen sein, einmal mit Pitlimiter durch die Box, im Auge des Sturms auf die Strecke, nur einmal fühlen, wie es ist, den Schalter umzulegen. Es sind nur noch wenige Wochen. Wo sonst als in Oschersleben könnte es sein, wo sonst dürfte es sein? Dank des 2019er Regelments darf im T-Cup endlich mit Geschwindigkeitsbegrenzer gefahren werden. Und mal im Ernst, wer braucht schon Mapping, TC, Launch Control oder Blipper? Geschenkt! Gebt mir den Pitlimiter! Ich will nur ihn! Und da schließt sich der Kreis zu dem jungen, natürlich gutausehenden Mann, der 2007 an der Boxenmauer lehnte und den Moment genoß: Egal was die Zukunft bringt, egal, wie alt und häßlich ich noch werde, den Pitlimiter nimmt mir niemand mehr. Der ist verbaut! Danke an Karsten Bartschat und der Cup-Leitung für diesen großen Spaß. Wir hören uns in Oschersleben.

Triumph-Challenge in Oschersleben

T-Challenge_oschersleben2016_start_breitbildDie schöne Rennstrecke in Oschersleben hatte schon immer etwas ganz Spezielles. So auch dieses Jahr: Tropische Temperaturen, latente Gewitterneigung, fiese Stechmücken. Zutaten, die unsere Helden aus T-Cup, Trofeo Italiano und T-Challenge aber nicht einbremsten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes geradezu beflügelten.

T-Challenge_oschersleben2016_066Viel Spannung verspricht Most für die T-Challenge. Der amtierende Meister Tim Holtz, dieses Jahr wahrlich nicht vom Glück verfolgt und der Meisterschaftsführende Ole Bartschat werden sich keine Geschenke machen, so viel steht fest. Der Druck liegt ganz klar bei Holtz. Sein Trumpf ist seine überlegene Schnelligkeit, wenn denn die Technik mitspielt oder man sich nicht bei der Reifenwahl verzockt, was dieses Jahr auch schon der Fall war. In Lauf 7 war dann wieder massives Pech im Spiel. Holtz führte überlegen, bis ein Temperatursensor den Geist aufgab und den Dreizylinder in ein Notlaufprogramm strafversetzte. Bartschat erbte den Laufsieg und volle Punktzahl. In Lauf 8 rückte Holtz die Verhältnisse wieder gerade, auch für die Psyche nicht ganz unwichtig.

T-Challenge_oschersleben2016_060Schön zu sehen war in den beiden Bilderbuch-Rennen der T-Challange, wie eng es in dem prima gefüllten Feld zugeht. In der T-Challenge gibt es keinen billigen Most, man muss immer und zu jeder Sekunde um seine Platzierung kämpfen, sonst reicht dich das Feld gnadenlos nach hinten durch. Auch und gerade daran zu sehen, wie prima sich die einzige Dame im Feld, Patricia Kliem, behauptet.

 

Hobbyracing vom Feinsten, auch für Gaststarter beim Saisonfinale im Most am 10./11. September erlebbar. In allen drei Klassen sind noch Startplätze verfügbar. Gerade für Rennfahrer, die 2017 mit einem permanenten Start liebäugeln sicher ein guter Weg in den T-Clan reinzuschnuppern.

Das Konzept der drei Rennserien wird für 2017 fortgeschrieben: fünf Rennwochenenden mit je zwei Läufen. Bridgestone möchte als exklusiver Reifenpartner weitermachen.

T-Cup Meister 2016: Es wird ein Kaufmann sein

T-Cup-oschersleben2016_020Die schöne Rennstrecke in Oschersleben hatte schon immer etwas ganz Spezielles. So auch dieses Jahr: Tropische Temperaturen, latente Gewitterneigung, fiese Stechmücken. Zutaten, die unsere Helden aus T-Cup, Trofeo Italiano und T-Challenge aber nicht einbremsten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes geradezu beflügelten.

T-Cup-oschersleben2016_050Seit je her passen T-Cup und Oschersleben auf das Vortrefflichste zusammen. Seit 2008 gastiert die Triumph Street Triple-Meute nun schon ununterbrochen in der Magdeburger Börde. Jedes Jahr erstaunen die kleinen Dreizylinder mit immer neuen Fabelzeiten. Vor allem seit Reifenpartner Bridgestone mit hervorragenden Slicks aufwarten kann, der als Einheitsreifen im T-Cup vorgeschrieben ist. T-Cup-Newcomer Florian Müller, vorher durch die knallharte Yamaha-R6-Cup-Schule gegangen, setzt mit dem Bridgestone V01 (hinten) und V02 (vorne) ganz neue Maßstäbe, die Bridgestone-Renndienstchef Michael Flügel ein glückseliges Grinsen ins Gesicht zaubern. Kein Wunder, denn Florians schnellste Rennrunde war eine 1:33.760. Mit einem Motorrad, dass knapp 105 PS ans Hinterrad drückt. Wenn alles passt. Dimensionen, von denen die viele Gelegenheits-Superbiker mit ihren 200 PS-Boden-Boden-Raketen, Traktionskontrolle und den superweichen Slicks des Nachtens heimlich träumen.
T-Cup-oschersleben2016_130Mit Flo Müller hat ein ruhiger, smarter Typ zum T-Cup gefunden, der bestens in die große T-Clan-Familie passt. Auch dadurch dokumentiert, dass Philip Schreiber, der beim Rennwochenende in Hockenheim schwer gestürzt war mit großem Applaus begrüßt wurde. Leider war das Rennglück den T-Cuppern auch in Oschersleben nicht hold. In Rennen 7 kam es sturzbedingt gleich zu zwei Abbrüchen, worauf der Lauf nach Abstimmung der Fahrer nicht neu angesetzt wurde, obwohl Rennveranstalter Bike Promotion dies ausdrücklich angeboten hatte. Im Lauf 8, der ohne Probleme über die Bühne lief, setzte sich Müller überlegen gegen den Meisterschaftsführenden Jörn Kaufmann durch, dem mit Respektabstand sein Onkel Harald Kaufmann folgte. Mit leerer Batterie rettete sich UIi Bonsels noch auf den vierten Rang.

Vor dem Finale in Most steht nun fest, dass die beiden Kaufmänner den Meistertitel unter sich ausfahren werden, wobei sich Harald im Kampf um den Vize-Titel gegen seinen ewigen Rivalen Uli Bonsels wehren muss.

Hobbyracing vom Feinsten, auch für Gaststarter beim Saisonfinale im Most am 10./11. September erlebbar. In allen drei Klassen sind noch Startplätze verfügbar. Gerade für Rennfahrer, die 2017 mit einem permanenten Start liebäugeln sicher ein guter Weg in den T-Clan reinzuschnuppern.

Some like it hot! Oder: Triumph-Rennserien in Oschersleben

Triumph-Castrol675_Oschersleben2014-etropolisTriumph-Cup und Triumph-Challenge trotzen am Wochenende subtropischen Temperaturen in Oschersleben. Tim Holtz holt sensationellen Doppelsieg im T-Cup, Michael Kunz und Uwe Geist heißen die Besten in der T-Challenge.

 

Die Rennstrecke in Oschersleben steht bei älteren Motorradrennfahrern in der sich gerne verklärenden Erinnerung vor allem für eines: Hitze. Gerne in Kombination mit krachenden Unwettern. Das Wetter am 19./20. Juli 2014 toppte gefühlt nochmals alle Rekorde. Die unschönen Nebeneffekte: Männer in Feinrippunterhosen und verschwitzten Unteranzügen irrlichterten  reihenweise durchs gefühlt 40 Grad heiße Fahrerlager und ließen sich wie im Fieberwahn in der Hoffnung auf Kühlung in wildfremde Kinderplanschbecken fallen. Selbige Männer gaben aber bei den beiden Läufen der Triumph-Challenge und des Triumph Street Triple-Cups wirklich alles und trieben sich zu geradezu unmenschlichen Höchstleistungen. Immer am Rande des Hitzekollaps. Es sei ihnen also verziehen.

Tim Holtz #49

Tim Holtz #49 – Foto: Markus Jahn

Oscherleben 2014 war für einige Triumph-Rennfahrer auch sowas wie eine gefühlte Wiederauferstehung, nachdem der Saisonstart alles andere als geplant verlaufen war. Tim Holtz ist so ein Beispiel. Der jüngste T-Cupper ever wurde nach bärenstarker Saisonvorbereitung schon als der kommende Meister gehandelt. Dann folgte ein Sturz infolge Technikdefekt im ersten Rennen am Sachsenring und die traurige Abreise vor dem zweiten Lauf, da der Fehlerteufel nicht zu finden war. Null Punkte für Holtz. Der harte Boden der Tatsachen. In Hockenheim schien das Pech weiter an den Stiefeln des Blondschopfs zu kleben, da es just in der Einführungsrunde zum ersten Rennen zu regnen begann, Holtz aber wie so viele auf Slicks gesetzt hatte. Das Aus noch vor dem Start. Lauf zwei entschädigte mit Rang 4. 

Und nun also Tims Hausstrecke Oschersleben. Sein Wohnzimmer. Die Erwartungen wieder hoch. Der Druck auch. Tim nimmt es cool. Holt sich die Poleposition. Und zwei blitzsaubere, überlegen Laufsiege, jeweils mit schnellster Rennrunde. Demonstration seines Talents. Wir werden wohl nicht mehr lange Spaß an Tims Darbietungen haben. Die IDM ruft. Selbst die pfeilschnellen Kollegen Ole Bartschat, Erich Peter und T-Cup-Leader Gabriel Noderer, in den Rennen jeweils auf den Plätzen, hatten Tim nichts entgegenzusetzen.

Triumph Street Triple-Cup Oschersleben 2014

Foto: Markus Jahn

Das Niveau in beiden Triumph-Serien ist inzwischen mehr als beachtlich. Auch über Platz 10 freuen sich T-Cupper wie Bolle. Marcus Walz war in Lauf 2 so ein Beispiel. „Endlich wieder Top-10“, jubelte der hauptberufliche Custombike-Bauer beinahe schon überschwänglich bei der Siegerehrung. Das darf er auch, schließlich braucht es dafür 1.37er-Zeiten. Die gibt es nicht geschenkt. Im T-Cup blieben in Oschersleben bis zu 15 Fahrer unter der magischen 1.40-Marke. Mit einem rund 100 PS starken Dreizylinder, wohlgemerkt. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Das spricht für optimale Reifen (Bridgestone Slick V01) und einen phantastischen Fahrwerkspartner (Öhlins DTC und Lars Sänger von Motorradkte) plus topmotivierte Fahrer aus T-Cup und T-Challenge. Nicht zu vergessen in diesem Zusammenhang, die Profi-Coaches: In Oschersleben war Arne Tode zwei Tage lang im Dauereinsatz, um T-Cuppern und T-Challengern zu besseren Rundenzeiten zu verhelfen inklusive ausführlichem Streckenrundgang am Freitagabend. 

chrigel-bierdusche-oschersleben

Verdiente Bierdusche für Chrigel #71 nach 98 Runden Endurance-Racing.

Die Triumph-Crew auf ließ es sich am Samstagnachmittag  trotz der Hitze nicht nehmen, beim 3-Stunden-Lauf des German Endurance Cups anzugreifen und für Top-Resultate zu sorgen (T-Challenger Franky Heidger mit den T-Cuppern Tim Holtz und Hajo Ammermann mit einem Podestplatz, beispielsweise). Einer glänzte gar mit übermenschlichen Einzelleistungen: Christan „Chrigel“ Furrer aus der schönen Schweiz fuhr die drei Stunden einfach mal für sich ganz alleine, weil er sich gerne Herausforderungen stellt. 98 Runden lang. Der Mann hat in seinem früheren Leben Leistungssport betrieben.

Die T-Challenge ließ es mit sensationellen 40 Startern in Oschersleben ebenfalls richtig krachen. Ebenfalls über 10 Fahrer unter der 40er-Rundenzeitschallmauer. Und auch hier hatten die Rennsportgötter wieder so einiges an Schicksalhaftem parat. Max Riebe,  ganz klar der Favorit für den diesjährigen Titel, folgte das Pech aus Hockenheim zielstrebig bis in die Magdeburger Börde, nachdem es zunächst mit einer fein rausgefahrenen Pole Position alles nach einem Durchmarsch ausschaute. Doch schon in Runde 3 vom 1. Rennen rutschte Riebe auf dem eigenen Kühlwassers ins Aus. Die Kopfdichtung hatte sich verabschiedet. Zum 2. Lauf konnte er erst gar nicht mehr antreten. Besser ging es im Vergleich Michael Kunz, der 25 Punkte einheimste, da Doppellaufsieger Dirk Schnieders als Gaststarter ohne Punkte blieb, dem neuen Meisterschaftfavoriten Michael Kunz und Uwe Geist, der nach einem Hockenheim-Wochenende zum Vergessen endlich mit dem 3. Platz belohnt wurde.

In Lauf 2 ließ „Man of the Weekend“ Uwe Geist dann überhaupt nichts anbrennen und holte sich souverän den größten Pokal gefolgt von Matthias Neukirch und T-Challenge-Initiator Thomas Rothmund. Dahinter kam sensationell Tom Dick ins Ziel, der genau wie viele andere schnelle Old-Guns in der T-Challenge noch überhaupt keine Lust auf Sonntagsspaziergänge nebst Kaffeekränzchen hat und seine Zeit lieber mit anderen Gleichgesinnten auf den Rennstrecken Europas verbringt. 

Schön auch, dass immer wieder so viele Gaststarter den Weg in den T-Cup und vor allem die T-Challenge finden. Sie sind oft das vielzitierte Salz in der Suppe. Bestes Beispiel in Oschersleben: GSX-R-Cup – Organisator Dirk Schnieders, der in beiden Rennen die Nase vorn hatte und nach seinem öffentlichen Seitensprung sehr offen über eine Nennung für die T-Challenge 2015 nachdachte. Die Challenger würden sich über einen weiteren schnellen und sympathischen Racer freuen, überhaupt keine Frage.

Links zu allen Ergebnissen und Tabellen:

Triumph Street Triple-Cup
Triumph-Challenge 

 

Nächstes Rennwochenende: Most, 16./17. August. Für T-Cup und T-Challenge sind noch Gaststarts möglich, mehr dazu per Mail von Challenge/Cup-Koordinatorin Heike Leibbrand: hleibbrand@motorpresse.de

Triumph-Castrol675_Oschersleben2014-4

German Endurance Cup 2014 Oschersleben

GEC-OSL2012

Max #130 beim Start des GEC-Laufs im Jahr 2012

Am Samstag, den 19. Juli 2014 findet in Oschersleben ein 3-Stunden-Rennen statt. Für reine T-Cup und/oder T-Challenge-Teams gewährt German Endurance Cup-Veranstalter Bike Promotion einen schicken Rabatt: die Teamnennung kostet für unsere Fahrer nur 180 Euro (Normalpreis 300 Euro). Das ist absolute Qualitätszeit auf der Rennstrecke, Herrschaften! Danke dafür, Michael Dangrieß.

Interessenten wenden sich bitte nach Teamfindungsphase direkt an www.bike-promotion.de, um sich beispielsweise bei der bezaubernden Ellen Steinmetz anzumelden.